… den wir gehen müssen, um ans Ziel zu gelangen.

Einen Roman zu beenden ist nicht leicht: eigentlich ist es das gefährlichste Abenteuer, das wir vor dem Computer oder der Schreibmaschine erleben können. Die Straße zum letzten Wort führt uns vorbei an idyllischen Wiesen, die in Bruchteilen eines Gedankens zu kalten Friedhöfen bei Nacht und Nebel werden können. Es befinden sich Gassen zwischen den Häusern, deren Lichter uns Abends durchs Dunkel bringen sollten; eine Abzweigung führt uns fort vom wahren Geschehen und wir stürzen schneller in den Abgrund, als es uns lieb ist. Schluchten breiten sich vor uns aus, über die eine schmale Hängebrücke führt, die reißt, kaum dass wir die Mitte erreichen. Hinter den Felsen lauern Räuber und Diebe, die uns unsere Ideen stehlen. Der friedvolle Sohn des Schmiedes ist ein stilles Wasser; und stille Wasser sind tief. Er wird uns vielleicht den Hammer in den Nacken stoßen, kaum, dass wir ihm den Rücken kehren.

Schreiben ist eine Weltreise. Wir können nach New York und uns Brooklyn bei Nacht ansehen. Wir können nach Indien reisen innerhalb eines Fingerschnipsens, frieren in der Wildnis Alaskas oder beim Kirschblütenfest in Tokio dabei sein. Jetzt sitze ich hier und schreibe diesen Artikel, aber gleich werde ich wieder in London sein, um meine Protagonisten durch den Alltag zu lotsen. Und morgen? Morgen bin ich mit etwas ganz neuem verabredet; denn meinen letzten Roman habe ich endlich zu Ende gebracht (^o^)